Archiv - deutsch
bericht | prols 11/2003
wildcat bei der post in britannien
Der wilde Streik beginnt Ende Oktober 2003 zeitgleich und unabhängig
voneinander in einem Postzentrum in Greenford/London, als Reaktion auf
einen Konflikt im Verteilzentrum Southhall, und in Dartford/London,
nachdem ein Fahrer sich weigert Briefe, die auf Grund des offiziellen
Streiks liegengeblieben waren, zu einem mit LeiharbeiterInnen
betriebenen Verteilzentrum zu fahren. Er wird daraufhin entlassen,
seine 400 KollegInnen reagieren mit spontaner Arbeitsniederlegung, das
Management versucht die Arbeit anderen Postzentren aufzudrücken und
sorgt so für die Ausweitung des Streiks. Mehr...
bericht | prols 5/2003
rangierlokführer bei der bahn
Hier ein
paar Erinnerungen an einen Arbeitsamt-gesponserten 3-Monats-Kurs zum
Rangierlokführer, Jahreswende 2003/2003. Der Kurs fand im Getümmel um
das Hartz-Papier und andere rot-grüne Umstrukturierungsankündigungen
statt. Interessanter als die Scheingefechte zwischen Regierung,
Gewerkschaften und anderen Vertretungsorganen scheint die Frage, ob und
wie sie es schaffen, ihre Arbeitsprogramme auf einer konkreten und
alltäglichen Ebene durchzusetzen. Dies gilt auch für die
Umstrukturierungen bei der Bahn, wo die "Privatisierungs- und
Ausgliederungsstreits" von Konzern- und Gewerkschaftsführung oft die
eigentlichen Angriffe verdecken. Im Anschluss an den Erfahrungsbericht
noch eine Zusammenfassung von Konflikten und Streiks bei der Bahn in
der letzten Zeit... Mehr...
bericht | wildcat 2/2003
zum streik der feuerwehrleute
Die
britische Regierung steht vor ähnlichen Problemen wie Schröder &
Co.: Die staatlichen Kassen sind leer, das Rentensystem ist
angeschlagen, Privatisierungsprojekte z.B. beim Schienennetz mussten
zurückgefahren werden, Unternehmenspleiten wie zuletzt die von British
Energy häufen sich. Die anfänglichen Erwartungen auf Seiten der
ArbeiterInnen sind breiter Desillusion gewichen. In der Krise verengen
sich die Spielräume von Zugeständnissen: so hat die Regierung zwar
einem Extra-Paket für Militärausgaben zugestimmt, muss den
ArbeiterInnen im öffentlichen Sektor aber eine reale Null-Runde
reindrücken. Das sorgt für Ärger, die Streiks im öffentlichen Sektor
haben in der letzten Zeit zugenommen... Die wohl wichtigste
Auseinandersetzung war der Streik der 55 000 britischen Feuerwehrleute,
die für 40 Prozent mehr Lohn und gegen diverse
»Rationalisierungsmassnahmen« die Schläuche niederlegten. Zumindest
während der ersten Streikaktionen gab es zeitgleich
Arbeitsniederlegungen in anderen Bereichen (U-Bahn, LehrerInnen,
städtische ArbeiterInnen)... Mehr...
bericht | crac 1/2003
zum streik der bahnreinigerInnen in italien
Der Kampf
der Reinigungsarbeiter der Eisenbahn, in ganz Italien auf 13-15000
geschätzt, bietet mehr Probleme als Lösungen für denjenigen, der sich
innerhalb des Organisierungsprozesses der Klasse auf den Standpunkt der
Transformation der jetzigen sozialen Beziehungen stellt. Die zeitlich
begrenzte Dauer der - übrigens noch nicht beendeten -
Auseinandersetzung von Herbst 2001 bis April 2002, ihre besondere
Intensität in drei unterschiedlichen besonders bedeutenden Momenten
(Mitte Dezember 2001, Februar und April 2002) der lokale und zugleich
nationale Charakter, der darin verwickelte Teil der Klasse, seine
Inhalte und die Formen des ampfes, machen eine Analyse und Reflexion
des aktuellen Standes des Klassenkonfliktes notwendig, auch was die
noch nicht gelösten
Schwierigkeiten und noch offenen Probleme betrifft. Mehr...
bericht | wildcat 12/2002
betriebsbericht aus der it-industrie
Eigentlich
arbeite ich bei dieser Firma erst seit einem Jahr. Ich sitze nur seit
fünf Jahren am selben Schreibtisch und habe in der Zeit bei vier, fünf
oder sechs (irgendwann hörst du auf zu zählen) Firmen gearbeitet. Nein,
ich arbeite nicht bei mir zuhause! Mal GmbH, mal neuer Name, mal AG,
mal Übernahme durch eine andere Firma, dann ausgegliedert - mehrere
Umfirmierungen ... Ihr versteht schon: die üblichen cheats im hippen IT
business. Die AG war mit richtig fetten Aktienkurssteigerungen mal ein
Lieblingskind am Neuen Markt. Als sie Mitte letzten Jahres pleite war,
kam dann aber doch Unsicherheit auf. Mehr...
bericht | prols 11/2002
call center in athen
Teleprime
ist ein Call Center-Unternehmen, das Handys verkauft und, was wichtiger
ist, Kreditkarten herausgibt. Im Vorstellungsgespräch wurde mir und
einigen anderen Leuten dieser typische Scheiß über die Firma erzählt.
Wir wurden gefragt, was wir vom Unternehmen erwarteten, wobei ganz klar
diejenigen im Unternehmen erwähnt wurden, die es "geschafft haben" und
viel Geld verdienen und diejenigen, die nicht fähig waren, sich als
Teil des Unternehmens zu fühlen und schnell gegangen sind. Genau wie in
jedem anderen Call Center behauptet die Teleprime Personalleitung, dass
sie keine hohe Fluktuation haben, weil die Bedingungen gut seien.
Bullshit. Mehr...
bericht | prols 8/2002
call center von fiat in milano
Erstmal sieht alles ganz nett aus, wenn du in das Call Center von Fiat
in Milano kommst. Viel Platz, bunte Zwischenwände und Fähnchen, jede
Menge junge Leute, die vor großen Monitoren sitzen, rumwuseln oder in
der Automatenecke relaxt eine rauchen. Sie sprechen verschiedene
Sprachen, Italienisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Holländisch,
Polnisch... Eine Mischung aus Internetcafe, Kinderladen und einer
dieser Zeitungsredaktionen aus einer amerikanischen Soap. Mehr...
bericht | prols 7/2002
leben und leiden eines mcmalochers
Einige
Leute benutzen McDonalds als ein Symbol für den "niederträchtigen und
muli-nationalen Charakter des US-Imperialismus". Mag sich das Gesicht
des Unternehmens auch von anderen unterscheiden, so bleibt die Essenz
doch gleich: Lohnarbeit heißt Ausbeutung, sei es bei McDonalds oder in
der Ökobäckerei um die Ecke. Mehr...
flugblatt | prols 7/2002
streik im putzsektor in paris (und milano)
Hinter der schönen neuen sauberen Dienstleistungsgesellschaft, hinter
den blitzblanken Hotelzimmern, Büroetagen, Messehallen, Supermärkten,
Bahnhöfen und Verwaltungszentren verbergen sich dreckige Jobs und miese
Löhne. Neben einheimischen ArbeiterInnen arbeiten hier vor allem
MigrantInnen aus der Türkei, Osteuropa, Schwarzafrika und den
maghrebinischen Staaten. Die Unternehmen hoffen die oft prekären
Lebensverhältnisse (unsicherer Aufenthaltsstatus, schlechte
Deutschkenntnisse, keine anerkannte Ausbildung) ausnutzen zu können und
die ArbeiterInnen zu spalten und einzuschüchtern. Doch ist die Arbeit
auch der Ort, wo die Menschen zusammenkommen und die Scheißbedingungen
thematisieren und diskutieren können. Mehr...
artikel | wildcat 6/2002
kampf der reinigungsarbeiterInnen bei der italienischen eisenbahn
Dieser Bericht mit Schwerpunkt auf Situation und Ablauf der
Auseinandersetzung in Milano beruht auf Diskussionen und Interviews mit
einigen ArbeiterInnen und Beobachtungen vor Ort. Die Ablauf dieses
Kampfes zeigt beispielhaft die Dynamik von Eigenaktivität der
ArbeiterInnen und gewerkschaftlicher Kontrolle, die auch in anderen
Streiks und Mobilisierungen der letzten Monate in Italien eine Rolle
spielt, und diese zu ersticken droht. Mehr...
bericht | prols 6/2002
glasfabrik im ruhrgebiet
Berichte
aus den Arbeitsmühlen müssen keine großen Analysen sein. Sie sollen in
erster Linie ausdrücken, wie wir die Realität der Ausbeutung selbst
erfahren und mit welchen Fragen wir uns konfrontieren müssen, wenn wir
uns von ihr befreien wollen. Für solche Berichte sind auch keine
fünfjährigen Betriebszugehörigkeiten nötig. Der folgende Bericht ist
z.B. größtenteils in den ersten vier Wochen im neuen Job entstanden.
Also, für ein zwei, blabla... viele Betriebstagebücher! Mehr...
bericht | prols 6/2002
privater briefdienst in düsseldorf
Bei
der Firma handelt es sich um einen privaten Briefdienst, der für das
Stadtgebiet von Düsseldorf die Konzession für das Verteilen von
Briefen, Postkarten und Drucksachen erhalten hat. Geplant ist eine
Expansion ins Ruhrgebiet (zumindest in Duisburg werden ZustellerInnen
gesucht) und nach Köln. Mehr...
kommentar/flugblatt | prols 4/2002
streik bei fnac in paris
Wir
haben von dem Kampf der ArbeiterInnen von Fnac gehört und denken, dass
die Hintergründe und Kampfformen auch für Italien wichtig sind, weil
die Bedingungen der ArbeiterInnen von Fnac in Paris nicht besondere
sind, sondern sich vielmehr immer mehr verallgemeinern. Dieser Kampf
geht alle ArbeiterInnen an, die sich nicht beugen und unterwürfig für
die Krise zahlen wollen! Mehr...
bericht/flugblatt | prols 3/2002
arbeiterInnen besetzen nokia-fabrik bei milano
Hier ein
Bericht zu den Aktionen der ArbeiterInnen von Nokia-Nextrom, einer
Spezialmaschinenfabrik im Norden Milanos, und ein Flugblatt, dass Leute
aus dem Ruhrgebiet und aus Milano dazu gemacht haben. Die etwa 70 bei
Nokia-Nextrom in Cusano Milanino bei Milano Beschäftigten haben die
Fabrik am 15. Februar besetzt, weil sie dichtgemacht werden soll
(sofern sich kein Käufer findet). Sie arbeiten offiziell weiter - auch
um Lohn zu kriegen - faktisch läuft aber ein Bummelstreik, es werden
keine Maschinen rausgelassen... Mehr...
bericht | prols 3/2002
streik im call center von blu.italien
Der folgende Brief einer Call Center-ArbeiterIn aus Firenze in Italien
zeigt, dass in einigen Läden die Sache langsam eng wird... und
ArbeiterInnen sich wehren. "Aber vielleicht schwelt unter der Asche die
Revolte..." schreibt sie am Ende. Ein Großteil der ArbeiterInnen bei
Blu ist über Zeit- und sogenannte Ausbildungsverträge eingestellt.
Jetzt werden die nicht verlängert, weil die Eigentümer den Laden
dichtmachen wollen. Einige Aufgaben sind schon in andere Call Center
von Blu umgeleitet worden (u.a. nach Palermo). Blu soll aber verkauft
werden, was auch die Schließung insgesamt - nicht nur der Call Center -
bedeuten kann. Mehr...
bericht/flugblatt | prols 2/2002
kampf der reinigungsarbeiterInnen bei der italienischen eisenbahn
Am Montag und Dienstag haben ReinigungsarbeiterInnen u.a. auf Bahnhöfen
in Roma, Palermo, Milano, Firenze, Bologna und Napoli Aktionen gemacht,
um die angekündigten Entlassungen, Lohnkürzungen und Verschlechterungen
der Arbeitsbedingungen zu verhindern. Die staatliche
Eisenbahngesellschaft FS hat die Reinigungsaufträge neu ausgeschrieben.
Die Reinigung selber machen mehrere Privatfirmen. Ende Dezember sollte
die Entscheidung über die Ausschreibung fallen, wobei die FS
angekündigt hatte, das sie etwa 40 Prozent weniger für die Reinigung
zur Verfügung stellen werde. Die Aktionen der ArbeiterInnen sollen
bewirken, dass die Entscheidung über die Reduzierung des Budgets und
die schon angekündigten Entlassungen bei den privaten Reinigungsfirmen
doch noch zurückgenommen werden. Mehr...
bericht | wildcat 7/2001
wenn müllsammler sich sammeln und vom müllsammeln abkehren...
In der Woche vom 11. bis 15. Juni 2001 fand bei den Müllbetrieben in
Brighton ein Arbeiterkampf statt, wie wir in England schon lange keinen
mehr erlebt hatten. Entgegen dem vorherrschenden Spektakel vom sozialen
Frieden griffen die Müllmänner von Brighton zur kollektiven Aktion. Sie
waren gefeuert worden, als sie die Arbeit nach neu eingeführten Normen
verweigert hatten. Schnell nahm ihr Kampf den Charakter einer
kompletten Verweigerung der Weiterarbeit unter demselben Management an,
mit passiver Unterstützung eines großen Teils der Brightoner
Bevölkerung. Nach vier Tagen Betriebsbesetzung siegten die Arbeiter und
zwangen den Stadtrat von Brighton dazu, den Vertrag mit den Privaten zu
kündigen und die Kündigungen der Arbeiter für unwirksam zu erklären. Mehr...
bericht | wildcat 2/2001
einwanderer im arbeitskampf - streiks in einer zulieferklitsche
Der
Kampf der ArbeiterInnen bei Vemiko in Satzvey (Euskirchen) hat die
ganze Bandbreite von Fragen aufgeworfen, mit denen wir in diesem
Bereich von Ausbeutung konfrontiert sind: Liegt in diesen Kämpfen eine
Perspektive der Ausweitung - oder bleiben sie in ihrer Isolation
stecken? Wie verhalten sich verschiedene Fraktionen der Arbeiterklasse
zueinander? Welche Position nehmen Unterstützungsgruppen von
Flüchtlingen in solchen Kämpfen ein? Was ist die Rolle der
Gewerkschaften und der staatlichen Arbeitsbürokratie in diesen
Konflikten? Und vor allem: was können wir tun, um solche Kämpfe zu
unterstützen oder Verbindungen zwischen ihnen herzustellen? Mehr...

